Stoppt Femizide, man tötet nicht aus Liebe. – Femizid in Hagen im Februar 2026
2026Auch einen Monat später sind wir weiterhin bestürzt über die grausame Tötung einer Frau in Hagen durch ihren Ehemann im Februar 2026. Daher möchten wir an dieser Stelle die Stellungnahme unserer Kolleg*innen vom Verein Frauen helfen Frauen Hagen e.V. teilen.
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(Im Folgenden die Stellungnahme der Hagener Kolleg*innen im Ganzen:)
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Stellungnahme
„Samstag, 21.02.2026 – Die Nachricht, ein erneuter Femizid an einer Frau, die von ihrem Partner auf offener Straße in Hagen erstochen wurde.
Der Verein Frauen helfen Frauen Hagen e.V. – die Teams der Frauenberatung und des Frauenhauses – haben abermals mit großer Bestürzung diese Nachricht zur Kenntnis genommen, dass es zum wiederholten Male einen Femizid in Hagen gegeben hat.
Wir erinnern uns! Der letzte bekannt gewordene Femizid fand in Hagen am 18.06.2025 statt.
Dies sind nicht tragische Einzelfälle im Sinne einer Beziehungstat, sondern Femizide. Jeden Tag wird in Deutschland ein Mädchen oder eine Frau auf Grund ihres Geschlechtes von Familienangehörigen oder (EX)- Partner gezielt ermordet.
Die Tendenz ist steigend !
So wurden 2024 in Deutschland laut „Deutsches Institut für Menschenrechte“, 444 Mädchen und Frauen Opfer eines versuchten oder vollendeten Femizides. Die Dunkelziffer ist vermutlich höher, da es in Deutschland weder eine einheitliche Definition noch eine bundesweite Statistik zu Femiziden gibt.
In unser täglichen Arbeit mit Mädchen und Frauen, die von häuslicher, sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt betroffen sind, sehen wir, wie sehr die Gewalt an Mädchen und Frauen auch in Hagen zunimmt.
Dieser erneute Femizid zeigt wieder die dringende Notwendigkeit von strengeren Gesetzen, einer besseren Aufklärung und einem unerschütterlichen gesellschaftlichen Konsens, um die gesellschaftlichen Strukturen, die Gewalt gegen Mädchen und Frauen begünstigen, grundlegend zu verändern.
Die Mitarbeiterinnen des Vereins Frauen helfen Frauen Hagen e.V. nehmen diesen neuen Femizid wiederholt zum Anlass, um auf diese Notwendigkeit hinzuweisen.
Eine Strukturveränderung gibt es demnächst in Hagen, die baldige Einrichtung einer unabhängigen, fachkompetenten Koordinierungsstelle im Sinne der Istanbulkonvention auf lokaler Ebene.
Jeder Femizid ist einer zu viel !!! Alle Mädchen und Frau haben ein Recht auf ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben.
Es darf keine Toleranz für Gewalt gegen Mädchen und Frauen geben.Wir – der Verein Frauen helfen Frauen Hagen e.V. – die Teams der Frauenberatung und des Frauenhauses – sind in Gedanken bei den Kindern, Freunden und der Familie des Opfers.“
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Beitragsbild von Nadine E. (@nadineshaabana) auf Unsplash

