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Therapie in der TuBF: Einzigartig.  Anders.


Begegnungen – Verbindungen – Ressourcen

Als Frauen, die aus der feministischen Bewegung hervorgegangen, bzw. aus frauenpolitisch reflektierten Lebenserfahrungen wie unsere jüngeren Kolleginnen, haben wir fachlich sehr unterschiedliche Methoden der therapeutischen Arbeit gelernt. Im Wesentlichen schöpfen wir aus der Fülle der Differenz dieser Methoden. Wenn ich dennoch versuche, darin etwas Ähnliches oder Gemeinsames zu finden, dann wäre das am ehesten so etwas wie eine Arbeit an der Grenze, was auch bedeutet, eine  Arbeit an der Verbindung. Wir können sagen, eine

Arbeit am Dazwischen – eine Arbeit im Dialog

Wenn es – wie meistens in Psychotherapien – um Veränderung geht, ist die Arbeit am Dazwischen der Ort, wo Veränderung beginnt, von wo aus Entwicklung geschieht.

Ich möchte Ihnen nun die verschiedenen Dimensionen diese Sphäre des Grenzgängerischen, das Dazwischen, vorstellen.

Zwischen Innen und Außen

In der Therapie pendelt der Fokus oft zwischen dem Innen und dem Außen:

Der Blick nach innen ermöglicht es, das eigene Gewordensein zu erkennen, wertzuschätzen und wichtig zu nehmen. Der Blick nach außen dient dazu, Realitäten wahrzunehmen, sich als sozial handelndes Subjekt zu erfahren und zu differenzieren, wo Verantwortlichkeiten übernommen und wo abgewiesen werden müssen.

Zwischen Fremd und Eigen

Viele Klientinnen sind geprägt von einer existentiell erscheinenden Auseinandersetzung zwischen dem Fremden und dem Eigenen. Ein therapeutisches Handlungsfeld dazu ist alles rund ums Thema Essen, bzw Nahrung.

Nahrung wird Teil des eigenen Körpers. Es mag ein Ringen sein um  “was will ich sein, wie will ich sein, wieviel Raum will ich einnehmen, was will ich abweisen, wo und wie ist  meine Heimat, wer bin ich und wo beginnt der/das Andere  - all das spielt sich sozusagen auf dem Terrain des weiblichen Körpers ab.“ Und wir können uns fragen, zu welchen Anteilen es dabei um eigentlich gesellschaftliche Kämpfe geht.

Die Querdenkerin C.v.Braun:sagt:

Es ist nicht das Modediktat , das Mädchen und Frauen dazu zwingt, dünner sein zu wollen, sondern Anorektische Frauen und Mädchen haben das Modediktat “erfunden”, weil das der ideale Ausdruck und der Versuch der Bewältigung ist für einen Konflikt. Den Konflikt, als eigenmächtige materielle Frau mißachtet und vernichtet zu werden, keinen Ort, nirgends, keine Heimat zu haben -  als zur Materie gewordene Kunstfrau den Bildern nie und nimmer genügen zu können.

Ist der Körper Austragungsort dieses Kampfes, weil es keinen anderen Ort gibt, wo Frauen auf so existentielle Weise und mit solch einer aggressiven Kraft den Konflikt ausagieren können?

Weitere Beispiele von Therapie im Dazwischen

Zwischen extremem Leid und Todeserfahrungen und enormen Lebens- und Liebenskräften (Traumatherapie)

Zwischen dem Ganz oder Gar nicht, wie es im Erleben von Menschen beschrieben wird, die mit dem diagnostischen Begriff Borderline konfrontiert werden.

Zwischen der Erfahrung von Gewalt und der damit verbundenen Ohnmacht und der Erfahrung von Handlungskompetenz und Täterinnenschaft.

Zwischen angenehmen und unangenehmen Gefühlen oder Körperwahrnehmungen, womit im Fokusing oder in Somatic Experiencing gearbeitet wird.

Zwischen Halten und Sicherheit gehen als Grundlage der Veränderung (ein möglicher Fokus der Traumatherapie) und Fordern, ermutigen und ermächtigen als Weg der Veränderung (ein möglicher Fokus der Gestalttherapie)

Zwischen zwei Menschen (Therapeutin und Klientin)

Hier ist die Arbeit am Dazwischen verankert in der Klarheit dessen, was wir „therapeutische Distanz“ nennen. Damit ist die Sicherheit für die Klientin gemeint, zu wissen und zu erleben, worum es in dieser Stunde ihrer Therapie geht: nämlich um ihre Entwicklung und ihre Geschichte, und geschützt und sicher zu sein in den eigenen Grenzen und vor persönlichen Kummer oder persönlicher Bedürftigkeit der Therapeutin.

Und mit dieser grundsätzlichen Klarheit, in diesem Setting, spannt sich zwischen den zwei Menschen ein Dazwischen aus. Ein dazwischen, das getragen wird vom professionellen Können, Mitgefühl, Gestalten und Halten der Therapeutin, ihrer eigenen Grenzen, ihrer Menschlichkeit und Unvollkommenheit – und von den Signalen, der Sprache, den Erfahrungen, dem Fühlen, Wünschen und Wollen der Klientin.

Zwischen Zweien und der Welt:

Die Therapie in der TuBF findet zwischen dem therapeutischen Zweierkontakt und der Welt statt. Unsere Vernetzung innerhalb feministischer (und interkultureller) Organisationen und Initiativen und unsere öffentliche Sichtbarkeit machen uns zu einer gesellschaftlichen Institution. Die Bedeutung dessen ist auch für die therapeutische Arbeit nicht zu unterschätzen, bietet sie doch einen Rahmen, der potentiell über die Exklusivität eines Therapiegespräches hinausweist: Berichte von Frauen über erfahrenes Unrecht sind auf eine Weise damit „in der Welt“, ohne ihre Intimität und unsere Schweigepflicht zu verletzen.

Das Team der TuBF-Frauen, das die Wertschätzung und den Respekt explizit Frauen gegenüber postuliert und damit der Klientin einen realen und symbolischen Wert (gegen erlebte Herabwürdigung und Entwertung als Frau) beimißt, stellt für manche Klientin eine weitere Ressource dar.

Therapie bedeutet dann auch, Unterstützung darin anzubieten, sich vom Kollektiv der Frauen zu differenzieren und herauszuragen, wie auch authentischen Kontakt zu Frauen herzustellen und vom Wissen und den Erfahrungen anderer Frauen zu profitieren und Ermutigung zu finden.

Zwischen Frauen als Kolleginnen

Mit der Strategie des „affidamento”, des „sich-Anvertrauens” (entwickelt von Mailänder Frauen „Libreria delle donne di Milano“) haben wir gute Erfahrungen gemacht: Im Zirkulieren von Autorität zwischen Frauen wird die Ungleichheit, die Differenz zwischen Frauen genutzt, um dem weiblichen Geschlecht Präsenz und Autorität zu verleihen. Sie bedeutet Verbindlichkeit und Sichtbarkeit einzelner, die Bereitschaft, sich zu zeigen und beurteilen zu lassen. Die Mailänderinnen sagten: „Um groß zu werden braucht sie eine Frau, die größer ist als sie”. Das Affidamento bedeutet beispielsweise eine Allianz zwischen der alten und der jungen Frau, zwischen der wissenden und der wollenden, zwischen der erfahrenen und der lernenden Frau.

Und als Team ist unsere Zusammenarbeit deshalb so fruchtbar, weil wir versuchen, zwei Pfeiler (oder Pole) der Kommunikation gleichermaßen wichtig zu nehmen:

Der eine Pol ist das Interesse an der Sache (Sache = gute therapeutische- und Projektarbeit zu leisten), was einem hohen Anspruch an Kompetenz und  Sichtbarkeit meint. Der andere Pol ist das Interesse an uns , das Zwischenmenschliche, das WIE wir miteinander umgehen. Darin haben wir einen hohen Anspruch an Achtsamkeit und Konfliktfähigkeit gleichermaßen, wo sowohl Harmonieorientiertheit als auch Lust am Streiten gemeinsam eine große Kraft begründen.

Und nicht zuletzt die Denkrichtung, wie sie von den Mailänderinnen entwickelt wurden, haben einige von uns begleitet und das Team enorm befruchtet.

Und nicht zuletzt:

Zwischen uns als Frauenprojekt und der Welt.

In den 90er Jahren war ein Motto gemeinsamer Aktivitäten der Bonner Frauernprojekte: „wenn Frauen sich auf Frauen beziehen, verändern sie die Welt“.

Wenn wir uns in unserer Arbeit und Zusammenarbeit „auf Frauen beziehen“, so anerkennen wir durchaus die unterschiedlichsten Leid- Unterdrückungs- und Diskriminierungs-Erfahrungen von Frauen. Wir anerkennen auch den Protest und den Widerstand, den Frauen gegen Gewalt und insbesondere Männergewalt bisher geleistet haben.

Wir tun aber weit mehr als das.

Und wir anerkennen die Leistungen von Frauen, die die Welt verändert haben, weil sie ihrem Begehren, ihrem Sehnen, ihrem Wollen und ihrem Wünschen  gefolgt sind.

Begehren

Begehren ist ein Begriff, der aus dem Denken der italienischen Feministinnen um den Frauenbuchladen in Mailand kommt und transportiert wird u.a. durch Texte von Dorothee Markert und Antje Schrupp.

Indem sich die Mailänderinnen  auf das weibliche Begehren bezogen, gingen sie schon 1983 von etwas aus, was wir heute mit dem (aus der Volkswirtschaft kommenden) Begriff „Ressourcenorientiertheit“ ausdrücken, also auf etwas, was die Frauen schon haben.

Dorothee Markert sagt, „Vom Begehren auszugehen heißt auch, von der konkreten Einzigartigkeit jeder Frau auszugehen, anstatt von einem Bild der Frau oder von einer abstrakten Gleichheitsvorstellung namens „die Frauen“.

Wenn wir uns „auf Frauen beziehen“ geben wir dem Weiblichen, einer Frau als Frau, eine Bedeutung. Wir nutzen unser Wissen, unser Erforschen und Erfahren weiblicher Lebenszusammenhänge, um auch hier das Dazwischen zu erkunden.

Das Dazwischen, die Verbindung, die eine Frau zu einer anderen Frau eingeht und die Verbindung, die eine Frau zur Welt eingeht. Und auch die Verbindung, die eine Frau zu sich selbst, zu ihrer Vergangenheit, zu ihrem Körper, zu verschiedenen Anteilen ihrer Selbst eingeht.

Es geht nicht darum, daß Frauen auf eine bestimmte Art Frau sein sollen, sondern daß eine Frau sich in ihren vielfältigen, widersprüchlichen und nicht nur moralisch edlen Anteilen als Frau sichtbar macht. Dann kann das Dazwischen gesehen werden, kann der Raum dazwischen sich füllen, kann über den Zwischenraum, den Spielraum verhandelt werden.

Auf diesem Hintergrund könnten es vielleicht auch so ausdrücken, daß unsere therapeutische Arbeit der Verhandlungsfähigkeit einer Frau dient? Oder daß das Lernen von Achtsamkeit den Verhandlungsspielraum erweitert? Oder daß Selbstachtung eine liebevolle Kraft ist, die das Dazwischen schützt? Oder daß es handlungsfähig im Dazwischen macht, sich mit Aggression als Antriebskraft vertraut zu machen. Wir arbeiten mit Zentrierung, suchen den Dialog mit inneren Weisheiten und vertrauen letztlich dem Leben. Zwischen Gestern und Morgen, also JETZT.

So bildet in der TuBF in unterschiedlicher Weise auch feministisch – philosophisches Denken einen Hintergrund für die therapeutische Arbeit. Dazu gehören z.B.

Wir können es auch noch einmal so ausdrücken:

Wir sind keine Hilfsorganisation, die Frauen helfen.  

Wir sind ein Zusammenschluß von Frauen, die ihre Profession und ihren Geist, ihre Begeisterung mit Frauen teilen. Zum einen mit den Kolleginnnen, zum anderen mit den Frauen, die für eine bestimmte Zeit unsere Professionalität und Frauengeist für sich nutzen wollen.

Wir sind eine gute Adresse für alle Frauen, die

ernstnehmen, annehmen.

Die sich hineinbegeben in einen Prozess des Wachstums  und der Veränderung, oder, soweit möglich, auch der Heilung. Die Verantwortung übernehmen wollen und ihre Kraft nutzen, in der Welt zu sein.

Wie wir es in unserem Programm beschreiben: “Therapie kann dann heißen, eigene kreative Kräfte zu stärken, schöpferisches Handlungspotential freizusetzten, Netzwerke zu knüpfen, in Kontakt zu treten, wieder zu lachen, Widerstandskraft zu spüren, sich lebendig zu fühlen. Oder auch: »staunend und fühlend in der Welt sein«.“

Therapie in der TuBF: Einzigartig. Anders.

Sie ist einzigartig, weil sie von der Einzigartigkeit jeder Frau ausgeht und gleichzeitig dem Frausein eine Bedeutung beimißt. Eine Bedeutung, die nicht zu definieren ist, sondern nur zu leben, so wie es jede Frau begehrt.

Sie ist  anders, weil sie vom Begehren jeder Frau ausgeht, weil sie das Andere zwischen Frauen anerkennt und weil sie weibliche Autorität fördert.

Sie ist einzigartig anders, weil sie ihren Fokus nicht auf das Ideal des autonomen Selbst richtet, sondern auf die Freiheit in Bezogenheit.

Und sie ist einmalig in Bonn, weil sie als Fraueninstitution weiblicher Differenz und Autorität realen und symbolischen Wert verleiht und weil das therapeutische Fachteam der TuBF aus der Fülle schöpft:

Aus der Fülle von Therapiemethoden sind das Tiefenpsychologisch fundierte Therapie, Gestalttherapie, Focusing, Psychodrama, systemische Familientherapie, Traumatherapie „Somatic Experiencing®“ nach Peter Levine, Psychodynamisch Imaginative Trauma-Therapie (PITT) nach Luise Reddemann und Shiatsu.

Für die unterschiedlichen therapeutischen Qualifikationen bilden pädagogische, psychologische, theologische und heilpraktische Fach-Disziplinen die Grundlage.

Unser Stil ist kreativ und lösungsorientiert, erlebnisaktivierend, handlungsanregend und herrschaftskritisch.

Dieser Methodenreichtum bildet einen praxiserprobten, immer wieder reflektierten und aktualisierten Therapiestandard, der sich außerdem noch in fachlichen und strukturellen Kompetenzen in der Arbeit mit Frauen, Lesben, Migrantinnen und Frauen mit Behinderung umsetzt.

… Das Dialogische

gründet sich auch auf die Offenheit des Menschen

für Überraschungen"  

(Buber 1985a, 304).

Also lasse ich mich und wir uns gerne überraschen von Fragen, …

… und lassen Sie sich überraschen von einem wirklich spannenden Büchertisch …

… und der Fotoausastellung,  – soweit noch nicht gesehen – „Frauenleben – LebeFrau“…

Um 16 Uhr gibt es eine kleine Einführung in Anwesenheit der Künsterinnen.


Täglich sähen wir Samen aus

für Bäume des Himmels,

darin unsere Träume nisten.


Die Vögel fliegen auf aus ihren Zweigen

- sieh doch, die Luft trägt! -

Täglich sähen wir neuen Samen

für einen ganzen Wald Hoffnung


Weil das Paradies in uns wurzelt.


Hilde Domin



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